Weingut Groh

VOM KOHLEN­HÄNDLER ZUM CHARDONNAY-­KÖNIG

Noch bis in die 1980er Jahre war die Deichelgasse in Bechtheim unter einem ganz anderen Namen bekannt: »es Grohe Gässje« (das Groh Gässchen). Dabei assoziierten die Dorfbewohner das Familienunternehmen allerdings vor allem mit einem: Mit Kohle.

Von 1899 an wurde die Kohle anfangs noch mit dem Pferdewagen, später mit dem LKW ausgeliefert. Auch konnte man bei den Grohs Baustoffe, Futtermittel und landwirtschaftlichen Bedarf aller Art erwerben. Zu seinen ersten Weingärten kam Firmengründer Heinrich Groh (geb. 1868) laut Überlieferung durch nicht zahlungsfähige Kunden, die bei ihm ihre Schulden in Form von Land beglichen. Da es sich meist um abgelegene Gebiete handelte, die nicht als Bauland ausgewiesen waren, lag es nahe, diese auch tatsächlich als Wingert zu nutzen.

Bereits in den 1930ern belieferten die Grohs hauptsächlich Gaststätten in den Regionen Mannheim, Heidelberg und natürlich in die Nachbarstadt Worms mit Fasswein. »Die Mannheim-Tour machen wir heute noch«, sagt der heutige Inhaber Axel Groh, »und wie damals immer nur freitags.« Heinrich Grohs Sohn Adolph war im Krieg als Soldat bei der »Flak« im Ruhrgebiet. »Er war ein so großartiger Verkäufer, dass er auch dort sofort neue Kunden gewann«, erinnert sich Axel Groh an seinen Großvater. Das Ruhrgebiet ist seitdem ein wichtiger Markt für das Weingut – seit nunmehr ca. 70 Jahren. Ab 1948 begann die Umstellung auf Flaschenwein.

In den 1950ern wurden bei den Grohs neben dem Landesproduktehandel etwa 4 ha Fläche bewirtschaftet. Wein war damals Luxusgut: »Vom Verkauf von ca. 5.000 Liter Fasswein konnte man sich bereits einen Traktor leisten!« weiß Axel Groh. Das lag vor allem daran, dass damals in Deutschland viel weniger Wein angebaut und so gut wie nichts importiert wurde. Dazu kam, dass die angebaute Fläche weit weniger Ertrag brachte.

Das Flair der Weinernte war bis in die 1970er romantisch: »Als ich noch klein war, schmückte man die Traktoren und Anhänger am letzten Tag der Traubenlese und zog so durchs Dorf, damit alle wussten: Wir sind fertig mit der Lese. Es war ein richtiger Festtag!« schwärmt Groh. »Zu Hause angekommen gab’s bei uns dann immer gegrillte Hähnchen und neuen Wein für alle Beteiligten.« Um die 20 Erntehelfer aus dem Dorf arbeiteten damals im Herbst bei den Grohs. Vor allem Schüler und Hausfrauen. Etwa ein Dutzend davon war immer abwechselnd im Wingert. Die Familie half natürlich auch mit.

Überhaupt hatte jeder seine Rolle: Fast alle Arbeiten an den Rebstöcken war Frauensache. Das Schneiden der Reben allerdings, technische Aufgaben und körperlich anstrengendere Arbeiten erledigten die Männer. Das Büro war wiederum überwiegend die Sache der Winzerfrauen – neben Familie, Haushalt und Kochen selbstverständlich. Axel Grohs Mutter Heide erinnert sich an diese Zeit: »Alle dachten immer Winzer sein ist einfach: Trauben ernten, in Fässer füllen, warten. Wenige haben gesehen, wie es wirklich war. Das ist heute noch so.«

VOM KOHLEN­HÄNDLER ZUM CHARDONNAY-­KÖNIG Noch bis in die 1980er Jahre war die Deichelgasse in Bechtheim unter einem ganz anderen Namen bekannt: »es Grohe Gässje« (das Groh Gässchen). Dabei... mehr erfahren »
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Weingut Groh

VOM KOHLEN­HÄNDLER ZUM CHARDONNAY-­KÖNIG

Noch bis in die 1980er Jahre war die Deichelgasse in Bechtheim unter einem ganz anderen Namen bekannt: »es Grohe Gässje« (das Groh Gässchen). Dabei assoziierten die Dorfbewohner das Familienunternehmen allerdings vor allem mit einem: Mit Kohle.

Von 1899 an wurde die Kohle anfangs noch mit dem Pferdewagen, später mit dem LKW ausgeliefert. Auch konnte man bei den Grohs Baustoffe, Futtermittel und landwirtschaftlichen Bedarf aller Art erwerben. Zu seinen ersten Weingärten kam Firmengründer Heinrich Groh (geb. 1868) laut Überlieferung durch nicht zahlungsfähige Kunden, die bei ihm ihre Schulden in Form von Land beglichen. Da es sich meist um abgelegene Gebiete handelte, die nicht als Bauland ausgewiesen waren, lag es nahe, diese auch tatsächlich als Wingert zu nutzen.

Bereits in den 1930ern belieferten die Grohs hauptsächlich Gaststätten in den Regionen Mannheim, Heidelberg und natürlich in die Nachbarstadt Worms mit Fasswein. »Die Mannheim-Tour machen wir heute noch«, sagt der heutige Inhaber Axel Groh, »und wie damals immer nur freitags.« Heinrich Grohs Sohn Adolph war im Krieg als Soldat bei der »Flak« im Ruhrgebiet. »Er war ein so großartiger Verkäufer, dass er auch dort sofort neue Kunden gewann«, erinnert sich Axel Groh an seinen Großvater. Das Ruhrgebiet ist seitdem ein wichtiger Markt für das Weingut – seit nunmehr ca. 70 Jahren. Ab 1948 begann die Umstellung auf Flaschenwein.

In den 1950ern wurden bei den Grohs neben dem Landesproduktehandel etwa 4 ha Fläche bewirtschaftet. Wein war damals Luxusgut: »Vom Verkauf von ca. 5.000 Liter Fasswein konnte man sich bereits einen Traktor leisten!« weiß Axel Groh. Das lag vor allem daran, dass damals in Deutschland viel weniger Wein angebaut und so gut wie nichts importiert wurde. Dazu kam, dass die angebaute Fläche weit weniger Ertrag brachte.

Das Flair der Weinernte war bis in die 1970er romantisch: »Als ich noch klein war, schmückte man die Traktoren und Anhänger am letzten Tag der Traubenlese und zog so durchs Dorf, damit alle wussten: Wir sind fertig mit der Lese. Es war ein richtiger Festtag!« schwärmt Groh. »Zu Hause angekommen gab’s bei uns dann immer gegrillte Hähnchen und neuen Wein für alle Beteiligten.« Um die 20 Erntehelfer aus dem Dorf arbeiteten damals im Herbst bei den Grohs. Vor allem Schüler und Hausfrauen. Etwa ein Dutzend davon war immer abwechselnd im Wingert. Die Familie half natürlich auch mit.

Überhaupt hatte jeder seine Rolle: Fast alle Arbeiten an den Rebstöcken war Frauensache. Das Schneiden der Reben allerdings, technische Aufgaben und körperlich anstrengendere Arbeiten erledigten die Männer. Das Büro war wiederum überwiegend die Sache der Winzerfrauen – neben Familie, Haushalt und Kochen selbstverständlich. Axel Grohs Mutter Heide erinnert sich an diese Zeit: »Alle dachten immer Winzer sein ist einfach: Trauben ernten, in Fässer füllen, warten. Wenige haben gesehen, wie es wirklich war. Das ist heute noch so.«

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